Donnerstag, 29. September 2016

:: București























»Vielleicht müssen Orte immer wieder aufgesucht werden, damit sie nicht verloren gehen, damit man selbst Teil der Veränderungen sein kann.«


[der gesamte Text bei Logbuch-Suhrkamp >>>]




Donnerstag, 12. Mai 2016

:: Tampakika, oder ein später Brief



























»Ich würde dir schreiben, dass meine und die Hände von M. vom Zucker im Tee kleben. Der Tisch vor uns klebt, und ich habe Kopfschmerzen, weil ich das Gefühl habe, nicht weiter zu wissen. Und ich weiß nicht, wie oft ich mich heute Nacht schon mit den Mitarbeitern von UNHCR streiten musste, sie angeschrien habe wegen Menschen, die ins Krankenhaus und nicht in diese Halle gehören. Und wie oft die Worte Zuständigkeit und Polizei und nicht möglich und Registrierung und illegal fielen.«

[der gesamte Text bei Logbuch-Suhrkamp >>>]



Montag, 9. Mai 2016

:: neulich ...

... wurde ich gefragt,
ob es einen gegenwärtigen literarischen underground gibt - hier der versuch einer annäherung auf goethe.de

Mittwoch, 30. März 2016

:: out now ...


Eine junge Generation von Autorinnen und Autoren stellt sich die Frage, was Heimat, Fremde und Identität bedeuten. Sie blicken auf die eigenen Wurzeln – Iran, Indien, Sri Lanka, Westjordanland, Bosnien, Ost- oder Westdeutschland – und die ihrer Eltern. Sie ergründen die Ängste der aus ihren Ländern Geflüchteten und die der sorgenvollen Bürger. Sie klagen an und versuchen zu verstehen, sind wütend und mitfühlend, sind ratlos und fordern zum Umdenken auf. Wie wir leben wollen versammelt herausragende Stimmen junger deutscher Gegenwartsliteratur.
In literarischen und essayistischen Originalbeiträgen zeichnen die Autorinnen und Autoren voll Sehnsucht, Wut und Engagement ein Bild unserer Gesellschaft, wie es aktueller nicht sein könnte.

Mit Texten von Shida Bazyar, Kristine Bilkau, Bov Bjerg, Nora Bossong, Jan Brandt, Micul Dejun, Ulrike Draesner, Roman Ehrlich, Lucy Fricke, Mirna Funk, Heike Geißler, Lara Hampe, Franziska Hauser, Heinz Helle, Svenja Leiber, Édouard Louis/Geoffroy de Lagasnerie und Hinrich Schmidt-Henkel, Inger-Maria Mahlke, Matthias Nawrat, Markus Orths, Maruan Paschen, Philipp Rusch, Saša Stanišic, Stephan Thome, Senthuran Varatharajah, Julia Weber sowie Matthias Jügler (Hg.).










Donnerstag, 17. März 2016

:: vom östlichen rande ...



"bucur esti - du bist fröhlich! wer verdammt nochmal gab der stadt diesen namen?"


 ein portrait von michael schweßinger








Mittwoch, 20. Januar 2016

:: tampakika

wenn du bei 2-5°c zwischen acht uhr am abend und elf uhr morgens verzweifelte&nasse&frierende&verängstigte&lächelnde&verletzte&glückliche&unterkühlte&weinende&gesunde&schreiende&erleichterte&kranke menschen siehst, wie sie auf löchrigem betonboden stundenlang in einer alten lagerhalle warten müssen, während du 500l tee verteilst und zwischendurch hilfst, die nasse kleidung und schuhe zu trocknen, wichtige informationen weitergibst und merhmals bedürftige ins krankenhaus fahren musst, weil staatliche+internationale organisationen dazu nicht willens sind bzw. diese ihre infrastruktur&kompetenzen nicht nutzen können und/oder wollen, dann bist du vielleicht in tampakika auf chios oder in irgendeinem anderen registrierungscamp auf dem balkan

Mittwoch, 4. November 2015

:: verspätet - zum Vortrag von Paul Philippi "Von der Schulbank 1943 in den Zweiten Weltkrieg"


Es gibt Momente im Leben, die man lieber vergessen möchte, Momente, in denen man zu feige war, aufzustehen, zu sagen: Das geht so nicht!
  Gestern Abend war einmal mehr ein solcher Moment in meinem Leben. Während des Vortrags Von der Schulbank 1943 in den Zweiten Weltkrieg von Paul Philippi, den er im Spiegelsaal des Hermanstädter Forums hielt, habe ich geschwiegen. Ich habe geschwiegen als Historiker. Und als Mensch. Vielleicht, weil ich geschockt war von der Gestaltung des Vortrages, oder weil die meisten der übrigen Anwesenden einen zufriedenen Eindruck von dem Vortrag mit nach Hause zu nehmen schienen, wahrscheinlich aber, weil ich zu feige war, aufzustehen. Zu feige, zu sagen:
  Das geht so nicht Herr Philippi!
  Sie können von Ihren persönlichen Erlebnissen ausgehend nicht so verallgemeinern, wie Sie es mehrfach getan haben. Sie können auch nicht in einer solchen Art und Weise relativieren, indem Sie sich und alle Ihnen bekannten siebenbürgisch-sächsischen SS-Angehörigen als naive junge Männer darstellen, die Opfer der Umstände Ihrer Zeit waren. Und Sie können einen Menschen nicht als „hirnverbrannt“ abstempeln, der die Überzeugung vertritt, Massengräbern, in denen sich auch die Überreste potentieller Mörder und Massenmörder der verbrecherischen Organisation der SS befinden, keine Ehre zu erweisen.
  Herr Philippi, Sie haben Ihren Vortrag mit dem Hinweis beendet, in der Eigenschaft als letzter noch lebender siebenbürgisch-sächsischer ehemaliger SS-Angehöriger gesprochen zu haben. Ich danke Ihnen für diesen Satz.

Paul Jeute, Hermannstadt, 4. November 2015